La Palma von A - Z

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Adressen
Patronato de Turismo de La Palma, Avenida Marítima 3, 38700 Santa Cruz de la Palma, Tel. (00 34) 922 4423100, www.visitlapalma.es,

In Deutschland: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt, Tel. 00 49) (0) 69/ 72 50 38 und 72 51 45, www.spain.info.

Anreise
Der Flughafen von La Palma wird von zahlreichen deutschen Chartergesellschaften (Condor, LTU, Air Berlin, Hapag Llyod) angeflogen. Der Flug kostet je nach Jahreszeit Oneway ca. 150-220 Euro für einen Erwachsenen. Die Flugzeit von Deutschland beträgt etwas mehr als vier Stunden. Oft kombinieren die Chartergesellschaften die Landung auf La Palma mit einem weiteren Zwischenstopp auf einer der Nachbarinseln.

Architektur

Architekturbeispiel aus Los Llanos.

Die klassische Architektur der Insel ist einfach und schlicht. Die arme Landbevölkerung wohnte in zweckmäßigen, kleinen Häusern aus Bruchsteinmauern. Die Dächer bilden oft gleichzeitig die Decke. Stadthäuser verfügen, wie so häufig in Spanien, über einen schattigen Innenhof (patio), der von außen in nicht einzusehen ist. Die Wohnflächen sind im Vergleich zu deutschen Standards auch heute noch sehr klein.

Baden
La Palma ist keine klassische Badeinsel. Die ausschließlich schwarzen Sandstrände gefallen nicht allen Touristen. Besonders in den Sommermonaten heizt sich der schwarze Strand außerdem sehr stark auf, so dass man nur mit Badeschuhen oder Sandalen über den Sand laufen kann. Zudem ist das Baden an den meisten Stränden, vor allem im Winter bei stärkerer Brandung, zum Teil sehr gefährlich! 

Essen + Trinken
Die Küche von La Palma ist einfach und bodenständig. Fisch als auch Fleisch werden in der Regel auf dem heißen Blech gegrillt (a la parilla) serviert. Neben Kaninchen und Huhn gibt es auf La Palma sehr gutes Rind- und Kalbsfleisch. Bei den Fischgerichten bestimmen neben den Meersfrüchten, die meistens in frittierter Variante angeboten werden, Wolfsbarsch (cerne), Seehecht (merluza), Seezunge (lenguado), Goldbrasse (dorade) sowie der sehr schmackhafte Papageienfisch (vieja) die Speisekarten.

Charakteristisch sind die beiden Mojo-Saucen sowie papas arugadas, kleine Pellkartoffeln in Salzkruste. Die Mojosaucen werden in einer roten und grünen Variante angeboten und unterscheiden sich je nach Restaurant.

Flora
La Palma ist ein Eldorado für Botaniker. Mehr als 25 % aller auf La Palma wachsenden Pflanzen wachsen nur auf den Kanaren. Von den insgesamt 774 auf La Palma vorkommenden Pflanzenarten sind 70 endemisch, d.h. sie kommen nur auf La Palma vor.

Besonders interessante Eigenschaften weist die karnarische Kiefer auf, die rund 41% der Oberfläche von La Palma bedeckt. Mit ihren 30 cm langen Nadeln ist sie ein wahrer Überlebenskünstler. In Küstennähe gibt es ausgedehnte Bananenfelder, subtropische Pflanzen wie z.B. Strelizien, Palmen, Drachenbäume usw.

  Feigenkaktus

Fauna
Die Fauna auf La Palma ist eher artenarm. Gefährliche Wildtiere gibt es nicht. Charakteristisch für La Palma sind die Grajas. Die schwarze Krähe mit dem roten Schnabel kommt nur auf La Palma vor und ist vorwiegend in den Barrancos rund um die Caldera zu sehn. Weitere Vögel sind Turmfalken, Möwen, Reiher und auch Tauben. Nicht zu vergessen natürlich die Geckos, die so etwas wie das heimliche Wappentier der Insel sind.

Geschichte
Die neuere Geschichte La Palmas beginnt im 15. Jahrhundert als die spanischen Eroberer erstmals das Eiland betraten. Bis dahin hatte die Urbevölkerung der Insel, die Guanchen, ein von der Umwelt relativ abgeschottetes Leben geführt. Unter der Herrschaft der Spanier geriet die Kultur der Guanchen schließlich völlig in Vergessenheit. Dafür entwickelte sich La Palma im 16. und 17. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Häfen und Stützpunkte im Amerikahandel. Im 19. Jahrhundert versucht sich La Palma wirtschaftlich und politisch auf eigene Beine zu stellen. 1852 wird La Palma Freihandelszone, 1912 erhalten alle Kanarischen Inseln eine regionale Selbstverwaltung. Ende des 19. Jahrhunderts beginnen die Engländer mit dem kommerziellen Bananenanbau.

Klima
Das Klima La Palmas ist aufgrund der Äquatornähe das ganze Jahr über mild, was den Kanarischen Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings" eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara fern. Die Tagestemperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen ca. 20°C und 29°C. Klima bestimmend ist auch die Wolkenbildung der Passatwinde sowie die Richtung (Nordostpassat), aus der die Passatwinde wehen. Der Nordosten der Insel ist meist kühler und feuchter ausgeprägt als der trockene und warme Südwesten.

Kultur
Die Palmeros lieben Fiestas. Besonders in den Sommermonaten vergeht kaum ein Wochenende, in dem nicht in einem der Dörfer oder Gemeinden gefeiert wird . Traditionelle Gesänge, Tänze und Trachten stehen dabei auch heute noch immer im Mittelpunkt. Viele der Feste haben einen religiösen Hintergrund und auf keiner Fiesta darf ein großes Abschlussfeuerwerk mit lauten Böllern fehlen.

Landschaft
Der größte Teil von La Palma befindet sich unter Wasser. Nur ca. sechs Prozent sollen sichtbar sein. Charakteristisch für La Palma sind die auf kurzer Distanz sehr steilen Anstiege von der Küste hinauf in die Berge. Die herzförmige Insel wird von Nord nach Süd von einem bis zu 2.426 Meter hohen Bergmassiv durchzogen, das im oberen Teil der Insel in einem großen Bogen die Flanken des Senkkraters Caldera bildet. Nach Westen hin ist die Caldera offen und mündet in einem steilen Barranco bei Puerto Tazacorte ins Meer.


Blick auf den Grat der Cumbre Nueva mit Passatwolkenfeld aus dem Osten (Cascada).

Preise
La Palma ist nach wie vor ein preiswertes Reiseziel, obwohl auch auf der Isla Bonita die Preise in den letzten Jahren gestiegen sind. Unterkünfte und Mietwagen sind billiger als auf den anderen Kanareninseln.

Reisezeit
La Palma ist ein ganzjähriges Reiseziel. Aufgrund des gemäßigten Klimas (siehe auch Klima) findet man immer sehr gute Bedingungen zum Wandern, Baden und Biken. Im August wird es auf La Palma recht voll, da dann auch viele Festlandspanier auf der Insel ihren Urlaub verbringen. Die Hauptferienzeit für die deutschen Urlauber sind die Weihnachts- sowie die Osterferien.

Restaurants
Restaurantempfehlung auf La Palma sind eine riskante Sache: Nicht selten wechseln die Besitzer oder Köche, was die Qualität der Speisen innerhalb weniger Tage erheblich beeinflussen kann. Von einem unscheinbaren Ambiente sollte man sich jedoch nicht so schnell abschrecken lassen. Oft verstecken sich dahinter die besten Adressen.

Sehenswürdigkeiten
Mutter Natur hält auf La Palma noch die besten Überraschungen bereit. Hier ein grober Überblick über die schönsten Sehenswürdigkeiten:

Caldera de Taburiente: Auf der Welt einzigartiger Senkkrater. Faszinierende Aussichten auf steile Kraterränder, tolle Wandermöglichkeiten, interessante Flora.
Fuencaliente: Noch handwarme Vulkane mit Aussicht aufs Meer. Kleines Museum zu den Vulkanausbrüchen. Grüne Weinreben vor schwarzer Lavalandschaft.
Los Llanos: Lebendiges Städtchen mit hübscher Plaza und vielen kleinen Geschäften.
Los Tilos: Dichter Lorbeerwald auf steilen Barrancos. 1983 zum Biosphärenreservat erklärt. Anstrengende, aber einzigartige Wandermöglichkeiten.
Mirador El Time: Kleine Bar mit Adlerterrasse über dem Aridane Tal. Inselblick soweit das Auge reicht. Leckere, wenn auch teure Kuchen.
Charco Azul: Meeresschwimmbad mit Wellenbrandung. Auch für Kleinkinder geeignet.
Plaza Glorieta: Phantasievolle Plaza in Las Manchas. Komplett von Künstlerhand aus Keramik gefertigt.
Puerto Naos: Urlauberort mit kleiner Strandpromenade und Palmenstrand. Karibikfeeling mit schwarzem Sand.
Puerto de Tazacorte: Bunte Fischerhäuschen vor schwarzem Sandstrand. Die schönsten Fischlokale der Insel.
Roque de los Muchachos: La Palmas höchster Berg mit einem der berühmtesten Observatorien der Welt. Wilde Bergkulisse mit Fernsicht.
Santa Cruz de La Palma: Geschichtsträchtige Hauptstadt mit beeindruckenden alten Stadtpalästen und Hafenflair. Auch zum Shoppen immer einen Ausflug wert.


Gasse in  der Hauptstadt Santa Cruz.

Shopping
Die Geschäfte haben Mo-Fr von 9-13 und von 16-20 Uhr sowie Samstag von 9-13 Uhr geöffnet. In den Sommermonaten sind die Geschäfte häufig nachmittags geschlossen. In den Zentren finden sich große Supermärkte, die alle Dinge des täglichen Bedarfs bereithalten. Ansonsten bestimmen eher kleine Spezialgeschäfte das Bild der Einkaufsstraßen. Die für Urlaubsinseln typischen Souvenirgeschäfte finden sich zum Glück nur selten.

Sicherheit
La Palma ist nach wie vor, im Vergleich zu anderen Ferienzielen, ein überaus sicheres Reiseziel. Die Kriminalitätsrate ist sehr gering. Dennoch sollte man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen auch hier beherzigen, d.h. keine Gegenstände offen im Wagen liegen lassen und in den Unterkünften Fenster und Türen sorgfältig schließen. Wenn Verbrechen vorkommen so handelt es sich in der Regel um Beschaffungskriminalität im Sog der Drogenszene, die leider auch auf La Palma wächst.

Sport
Neben dem Wandern und Mountainbiken zählen Tauchen, Reiten, Tennis und Gleitschirmfliegen zu den beliebtesten Sportarten auf La Palma. Tauchschulen befinden sind in Puerto Naos, Fuencaliente und in Los Cancajos. Die Gleitschirmflieger haben an der Promenade von Puerto Naos ihr Quartier aufgeschlagen. Hier lassen sich auch Tandemflüge buchen.

Tourismus
Was des einen Freud ist des anderen Leid: Da La Palma bislang vom Massentourismus weitgehend verschont wurde, kann man auch keine großartige touristische Infrastruktur erwarten. Schicke Flaniermeilen, Souvenirgeschäfte oder anspruchsvolle Restaurants sucht man selbst in den touristischen Zentren La Palmas vergebens. Ob das so bleibt, bleibt abzuwarten: Die nächsten Hotelbauten sowie eine vieldiskutierte Autobahn sind schon in Planung.

Übernachten
Große Hotels finden sich nur in Puerto Naos, Fuencaliente sowie in Los Cancajos. Ansonsten bestimmen kleine Appartementanlagen und Privatvermieter das Bild. Auch in Santa Cruz und in Los Llanos finden sich eine Handvoll einfacher, aber zum Teil charmanter Stadthotels. Wer die Übernachtung pauschal über einen Reiseveranstalter bucht, wird im Paket mit Leihwagen und Flug meistens günstiger verreisen, als wenn alle Leistungen einzeln gebucht werden.

Verkehr
Benzin ist auf den Kanaren sehr preiswert. Auch das Tanken ist bequem. Der Fahrer kann im Auto sitzen bleiben und den Schlüssel dem Tankwart reichen (voll = lleno). Das öffentliche Busnetz ist gut ausgebaut. In Los Llanos und Santa Cruz befinden sich große Busterminals, von denen regelmäßig auch Überlandbusse abfahren. Die Bustickets sind ebenfalls billig. Wer sich eine Sammelkarte kauft (bono ticket) kann weitere Euros sparen.

Wandern
Keine Frage: La Palma ist ein Wanderparadies. Ein ganzjährig mildes Klima sowie eine faszinierende, vielfältige Landschaft sorgen für unvergessliche Wandererlebnisse. Zu den Highlights gehören die Touren in der Caldera, zu den Wasserfällen von Marcos y Cordero sowie über die Vulkanroute im Süden der Insel. La Palma verfügt über rund 1.000 km gut ausgebaute Wanderpfade, die seit Anfang 2000 auch vorbildlich ausgeschildert sind.

  Wandern in der Caldera.

Wirtschaft
Der wichtigste Erwerbszweig auf La Palma ist nach wie vor die Landwirtschaft. Der von der EU und Spanien in den letzten Jahrzehnten stark subventionierte Bananeanbau steht jedoch kurz vor dem Ende, da die vergleichsweise teuren kleinen Bananen der Kanaren (plátonos) auf den internationalen Märkten nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Zahlen + Fakten
• Einwohnerzahl: 87.000 (123 Einwohner pro km²)
• Residenten: ca. 8.000
• Einwohnerzahl kanarische Inseln: 1,9 Mio.
• Fläche und Größe: 706 km²
• längste Ost-West-Entfernung: 28 Km
• längste Nord Süd-Entfernung: 45 km
• Entfernungen:
3.000 km nach Deutschland
445 km bis zur afrikanischen Küste
55 km bis Gomera
85 km bis Teneriffa

Zeit
Im Vergleich zu Deutschland sind die Kanaren eine Stunde zurück. Es gibt ebenfalls Sommer- und Winterzeit, die parallel zur deutschen Sommer- und Winterzeit umgestellt wird.